Der Wettergott und die Maler

Bildschirmfoto 2016-06-17 um 19.24.10

Das Wetter, ein leidiges Thema.
Sobald die frostigen Temperaturen verschwunden sind beginnt die Fassadensaison. Und da die Winter (gerade hier in Köln) immer milder werden, beginnt sie immer früher und dauert auch immer länger.

Aber es sind nicht nur die Temperaturen von unter 5° die uns das Leben schwer machen, sondern auch Taufeuchte und Regen behindern uns bei der Ausführung unserer Arbeiten.

Zu tiefe Temperaturen, unter +5°, stören die Trocknung unserer Beschichtungsstoffe empfindlich und können zu Anstrichschäden führen.
Diese Schäden können z.B. eine ungleichmäßige wolkige Oberfläche, oder wenn es ganz schlimm wird, ein nicht haftender Anstrich sein.

Taufeuchte hingegen wirkt wie eine Trennschicht zwischen Untergrund und Anstrich und verhindert dass unsere Farben oder Grundierungen gut auf dem Untergrund haften und sich mit diesem verbinden.

Der Regen, und gerade so heftige Schauer und Gewitter wie sie derzeit über uns hinweg ziehen, ist in der Lage einen noch nicht durchgetrockneten Anstrich wieder von der Wand zu waschen. Auch hinterlassen Regentropfen im nicht durchgetrockneten Anstrich unschöne kleine Krater, die nur durch einen zusätzlichen Anstrich wieder verschwinden.
Selbst wenn es nicht schüttet wie aus Eimern, be- oder verhindert ein nasser oder feuchter Untergrund (wie schon bei der Taufeuchte beschrieben) eine gute Haftung unserer Materialien auf dem Untergrund.

Bei allen technischen Bedenken gegen die Ausführung von Malerarbeiten im Aussenbereich bei kaltem oder nassem Wetter sollte man auch nicht vergessen dass es für uns und unsere Kollegen alles andere als angenehm ist, nass und frierend auf einem Gerüst zu stehen.

Wenn wir also unsere Arbeiten aufgrund des Wetters unterbrechen, oder im Vorfeld schon verschieben müssen, dann tun wir das aus gutem Grund.
Auf den Stress kurzfristig andere Baustellen für die Mitarbeiter zu aktivieren, könnten wir gerne verzichten. Denn selbstverständlich schicken wir unsere Kollegen in solchen Fällen nicht nach Hause, oder hängen sie in unserer Werkstatt an Haken auf bis das Wetter wieder besser wird.
Wir suchen dann fieberhaft nach Ausweichmöglichkeiten, die dann ja auch erst einmal eingerichtet und mit Material bestückt werden müssen. Dummerweise können wir diese Baustellen dann aber auch nicht beim ersten Sonnenstrahl wieder verlassen und den Kunden dort ein halb fertiges Zimmer zurücklassen.

Ein weiter Grund, abgesehen vom organisatorischen Stress, warum wir solche Verzögerungen lieber vermeiden möchten sind unsere Rechnungen.
Denn abgerechnet wird zum Schluß, also wenn wir unsere Leistung zu 100% erbracht haben. Und je länger sich die Fertigstellung der Arbeiten hinauszögert, umso später kommen wir an ihr Geld.

Darum bitten wir Sie, unsere Kunden, um Geduld und Verständnis. Manchmal steht es einfach nicht in unserer Macht.

Wir können schon viel, aber kein Wetter.

Vom Regen aufgeweichte Grüße
SM

IMG_0773

Geht runter wie Öl.

Im Gegensatz zum Kunden unseres letzten Blogbeitrages, hat uns diesmal der Kunde gelobt und sich für unseren Einsatz bedankt.
Wir bedanken uns für das tolle Feedback.

Brief

Solch großartiges Lob motiviert ungemein.

Gelobt sei gute Leistung.
Bis dahin.

SM

PS: Wir haben noch immer nicht erfahren warum der Kunde dieses Beitrages damals am Telefon ausgetickt ist.

Nicht mit uns!

Es ist passiert.
Ein Kunde wurde cholerisch.
Der Grund dafür? Ganz ehrlich: Keine Ahnung.

Das ist geschehen:Wir haben im Auftrag einer Hausverwaltung Fenster lackiert. Ein einfacher Überholungsanstrich. Termine mit Mietern und Eigentümern gemacht, pünktlich angerückt und losgelegt.

Die Arbeiten bei Herrn X (Ca. 60 Jahre alt, selbstständiger Jurist) abgeschlossen, Abdeckungen entfernt, den mitgebrachten Staubsauger eingesetzt und zu guter letzt schaut sich unser Mitarbeiter (Malergeselle seit 25 Jahren) mit Herrn X die Fenster an, bekommt grünes Licht und verabschiedet sich. Es gab sogar ein kleines Trinkgeld.
Wenig später klingelt unser Telefon. Herr X ist dran und brüllt sofort los:
Warum noch niemand zur Abnahme bei ihm gewesen wäre (keine 30 Minuten nach Abschluss der Arbeiten bei ihm)? Wer sich die Scheiße denn jetzt anschauen würde? So eine Scheiße hätte er noch nie erlebt! Der Chef oder ein Meister müssten sofort kommen und mit ihm den Mist abnehmen!
Er lässt keinen Einspruch zu und polemisiert weiter. Auch die mehrfache Ankündigung das Gespräch unter diesen Umständen abzubrechen kann ihn nicht bremsen.
Also bricht der Kollege das Gespräch ab. Hätte ich auch getan.

Was mag in Herrn X vorgegangen sein?
Wir wissen es nicht. Was soll in den wenigen Minuten nach verlassen seiner Wohnung furchtbares passiert sein? Im schlimmsten Fall ist Lack auf das Fensterglas gekommen. Doch das rechtfertigt sicher nicht einen solchen Ausraster.

Ein solches Verhalten ist in unseren Augen völlig inakzeptabel. So lassen wir nicht mit uns reden. Wenn jemand unsere Leistung kritisieren möchte, kann er das natürlich gerne tun. Schön wäre eine konstruktive Kritik, man kann aber auch mal einfach schimpfen wenn etwas schief gegangen ist.
Aber losbrüllen und unsere Arbeit als Scheiße beschimpfen?

Nein, nicht mit uns.
Auch wenn man uns Handwerkern gerne einen eher rüden Umgangston nachsagt, so lassen wir nicht mit uns umgehen.
In diesem Sinne: Nicht aufregen, locker bleiben.

SM

PS: Auch Tage später gab es keine Rückmeldung seitens der Hausverwaltung oder des Herrn X. Wir werden wohl nie erfahren was ihn so aufgebracht hat.

www.pinzl.com

Skepsis auf beiden Seiten

Ortstermin am Objekt.
Unser Kunde, ein Vertreter der Eigentümergemeinschaft, erklärt uns detailliert die Problematik.
Es geht um einen ungleichmäßigen Fassadenanstrich (ca. vier Jahre alt) und den schlecht gefilzten Putz darunter. Die beiden ausführenden Firmen (Putzer und Maler) sind nicht mehr im Spiel und wir sollen nun retten was zu retten ist.

Eine unangenehme Situation. Aber nichts was man nicht durch genaue und schriftlich fixierte Absprachen im Vorfeld regeln könnte.

Richtig interessant wurde es durch die Bemerkung des Kunden, dass es mit allen an der damaligen Sanierung beteiligten Handwerkern, nicht nur mit den beiden erwähnten Gewerken, Probleme gegeben habe. Ein solcher Satz macht natürlich hellhörig.

Erfahrungsgemäß kommt eine solche Aussage von nicht ganz so einfachen Auftraggebern. Welche uns aber noch nie abgeschreckt haben.
Nur in Verbindung mit der delikaten Aufgabenstellung lässt uns diese Bemerkung aufhorchen. Ich will nicht sagen die Alarmglocken klingelten, aber es geht in diese Richtung.

Wenn wir von A bis Z abliefern könnten, wäre uns wohler. Aber auf einem bereits bemängelten Untergrund zu arbeiten, aus Kostengründen nicht die optimale Lösung anbieten zu können und das bei einem Kunden der aus gutem Grund schon sehr skeptisch ist, da haben wir schon besser gelacht.

Aber egal. Wir wissen was wir können und wir werden unser Angebot abgeben.
Und dann schau’n wir mal.

Lasst euch nicht verrückt machen.

SM

www.pinzl.com